Träger der Hoffnung werden:
JESUS LEBT!
Ohne Auferstehung bleibt Glaube „vergeblich“ …
von Swen Schönheit
„Wenn Christus nicht auferstanden ist, dann war unser Predigen wertlos, und auch euer Vertrauen auf Gott ist vergeblich“ (1 Korinther 15,14). Bei aller Vorfreude auf den Frühling, bei aller Gewöhnung an den Ablauf des Kirchenjahres können wir so leicht vergessen: Mit der Auferstehung Jesu Christi von den Toten steht und fällt alles! Die persönliche Erfahrung der Nähe Gottes, das geistliche Zentrum in unseren Gemeinden, die Überzeugungskraft der christlichen Botschaft – ohne die Realität der Auferstehung bleibt alles „vergeblich“.
Paulus war in seiner Argumentation radikal im Sinne von „an die Wurzel gehend“. Insofern sollten auch wir radikal sein: weder politisch noch als religiöse Extremisten. Wohl aber „tief gegründet“. Es macht eben keinen Sinn, einer Kirche in der Krise irgendwie Sinn oder Bedeutung einhauchen zu wollen, solange der auferstandene Christus nicht im Zentrum steht!
Ich fürchte um die Zukunft unserer Evangelischen Kirche in Deutschland insofern, als der Name Jesus langsam verschwindet. Schämen wir uns seiner? Versuchen wir, seine Präsenz durch unser Engagement und unser „Gutsein“ zu ersetzen? Der wahre Schatz einer ärmer werdenden Kirche ist er selbst: Jesus, der menschgewordene, gekreuzigte und auferstandene Gottessohn! Paulus wusste um das Geheimnis seiner neuen Existenz: „Deshalb lebe ich eigentlich nicht mehr selbst, sondern Christus lebt in mir“ (Galater 2,20 | BB). Aus dieser Grunderfahrung warb er um Menschen und gründete Gemeinden: „Christus lebt in euch! Darin liegt eure Hoffnung!“ (Kolosser 1,27).
Nichts brauchen wir mehr in diesen verunsichernden Zeiten als begründete Hoffnung. Nur eine Kirche, die zum Hort der Hoffnung geworden ist, hat inmitten aller Umbrüche Zukunft. Während die verfassten Kirchen kleiner werden und erforderliche Strukturanpassungen viel Kraft kosten, bricht ein neues Fragen nach Glauben, Sinn, Verwurzelung und Heimat auf. Wer den auferstandenen Christus kennt, wird zum Hoffnungsträger. Und ist nicht länger mit seinen eigenen Ressourcen allein. Denn „der Geist Gottes, der Jesus von den Toten auferweckt hat, lebt in euch“ (Römer 8,11).
Frohe Ostern wünscht Ihnen
Swen Schönheit (Pfarrer i.R. und 1. Vorsitzender der GGE-Deutschland)

